Programm

Robert Blasius
Worum es mir im Unterallgäu wirklich geht

Themen für das Unterallgäu

Sechs Felder, in denen Kommunalpolitik den Alltag direkt verbessert: konkret, regional und mit dem Blick auf Menschen statt nur auf Zuständigkeiten.

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Pflege bezahlbar und würdevoll gestalten

Pflege darf nicht arm machen. Weder die Menschen, die Hilfe brauchen, noch ihre Familien.

Wer mit Pflege zu tun hat, stolpert oft zuerst über Kosten, Formulare und Zuständigkeiten. Zu viele hören noch immer: „Dafür sind wir leider nicht zuständig.“ Genau deshalb will ich den Pflegestützpunkt stärken: mit klaren Ansprechpersonen, echter Beratung und Unterstützung, bevor Situationen eskalieren oder unnötig teuer werden.

Und wenn es schnell gehen muss, darf Hilfe nicht am Papier scheitern. Für Pflegebetten, Hilfsmittel oder kurzfristige Entlastung braucht es unbürokratische Mikrozuschüsse statt endloser Anträge.

Digitale Lösungen sollen Pflege erleichtern, nicht ausbremsen. Weniger Doppel-Dokumentation bedeutet mehr Zeit für Menschen. Und digitale Souveränität heißt: Daten gehören den Einrichtungen und den Pflegebedürftigen, nicht irgendeiner Softwarefirma.

Pflege geht uns alle an. Deshalb muss sie bezahlbar, verständlich und alltagstauglich organisiert sein.

Mehr erfahren: Was gibt es bereits und was fehlt?

Bisher im Unterallgäu vorhanden:

  • Zentrale Pflegeberatung durch den Pflegestützpunkt in Mindelheim
  • Seniorenfachstelle mit barrierefreier Einzelberatung
  • Seniorenkonzept und Koordinationsstelle für Quartiersentwicklung
  • Kreis-Seniorenheime in Babenhausen, Bad Wörishofen und Türkheim
  • SeLA-Quartiersmanagement in 16 Gemeinden

Hier müssen wir ansetzen:

  • Gezielte Investitionszuschüsse und zinsgünstige Kredite
  • Einführung von Pflegewohngeld und wohnumfeldverbessernden Zuschüssen
  • Unbürokratische Auszahlung des Entlastungsbetrags nach § 45b SGB XI
  • EU-Fördermittel gezielter nutzen, etwa aus EFRE oder ESF Plus
  • Regelmäßige Berichte zur Mittelverwendung und zu konkreten Erfolgen
  • Zentrale Anlaufstelle „Pflegefinanzierungskompass“ im Sozialamt
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Verlässliche Betreuung, auch außerhalb der Schulzeiten

Betreuung muss zum echten Leben passen und nicht zu einem Stundenplan von gestern.

Familienleben kennt keinen Dienstschluss. Wenn beide Eltern arbeiten, wenn Alleinerziehende alles allein stemmen oder wenn Schule und Alltag plötzlich auseinanderfallen, reicht ein kurzfristiger Ausfall und der ganze Tag kippt.

Deshalb braucht es im Landkreis Betreuung, die einspringen kann. Für Kinder und Jugendliche. Für Ferienzeiten, Randzeiten und genau die Momente, in denen das Leben mal wieder dazwischenfunkt.

Auch Ehrenamt braucht Spielraum. Wer sich engagiert, soll sich vertreten lassen können, ohne sofort ein schlechtes Gewissen zu haben. Flexible Betreuung schafft genau diese Luft im Alltag.

Damit das funktioniert, muss das Kreisjugendamt so ausgestattet sein, dass Familien früh Unterstützung bekommen und Kinder begleitet werden, bevor Überforderung entsteht.

Mehr erfahren: Wo stehen wir und was fehlt noch?

Bereits vorhanden:

  • 95 Kitas im Landkreis und 27 in Memmingen sowie Tagespflege für 0 bis 14-Jährige
  • Ganztags- und Mittagsbetreuung an Schulen in offener und gebundener Form
  • Ferienprogramme in vielen Gemeinden durch Kreisjugendring und andere Träger

Was noch fehlt:

  • Ferienbetreuung ist nicht flächendeckend, viele Wochen bleiben unversorgt
  • Kaum Abend- oder Wochenendangebote
  • Kein zentrales Buchungssystem für Betreuungsplätze und Programme
  • Zu wenige Anreize für Träger, über Regelzeiten hinaus zu öffnen
  • Keine Betreuung bei kurzfristigen Ausfällen als echte Notfalllösung

Das plane ich:

  • Ganztägige Ferienbetreuung, im Sommer sechs Wochen und in allen anderen Ferien mindestens eine Woche
  • Wochenend- und Abendangebote in Kooperation mit Familienzentren und Vereinen pilotieren
  • Mikro-Zuschüsse bis 50 Prozent für Träger mit erweiterten Öffnungszeiten
  • Digitale Plattform „Betreuungsnavigator“ für Übersicht, Buchung und Notfälle
  • Mobile Pop-up-Kitas für Ferienzeiten und Randzeiten in unterversorgten Gemeinden
  • Arbeitgeber-Kooperationen fördern, etwa Betriebskitas und Eltern-Voucher
  • Kinderschutzbund und Jugendhäuser gezielt stärken
  • Jährlicher Bericht zu Angebot, Auslastung und Engpässen im Kreistag
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Mobilität für alle, auch auf dem Land

Weniger Inseldenken, mehr Bewegungsfreiheit für das ganze Allgäu.

Der ÖPNV im Unterallgäu wirkt oft wie Stückwerk: ein bisschen Bus hier, ein bisschen Anschluss da, aber selten ein System, auf das man sich wirklich verlassen kann. Das will ich ändern. Mit echten Takten, sicheren Radwegen und einem Beitritt zum MVV, damit wir nicht länger so tun, als wären Nachbarlandkreise Ausland.

Wer hier lebt, soll mobil sein können, ohne vom Auto abhängig zu sein. Gute Verbindungen bedeuten Teilhabe, weniger Stress und Wege, die nicht an Kreisgrenzen enden.

Und digital brauchen wir endlich Souveränität statt Abhängigkeit. Mobilität, Verwaltung oder Schulen dürfen nicht davon abhängen, ob ein Konzern in Kalifornien gerade gute Laune hat.

Wir brauchen offene Lösungen, klare Standards und Daten, die hier bleiben. Beim Landkreis und nicht bei Big Tech.

Mehr erfahren: Was gibt es bereits und was fehlt?

Bisher im Unterallgäu vorhanden:

  • Mobilitätszentrale im Landratsamt für Rufbus- und ÖPNV-Beratung
  • FLEXIBUS als flexibler, täglicher und barrierefreier Rufbus in sieben Zonen
  • Verkehrsverbund Mittelschwaben mit 90 Linien und rund 8 Millionen Fahrgästen jährlich
  • Schienenverkehr mit Illertalbahn, Mittelschwabenbahn und Regio-S-Bahn-Anbindung
  • Kreisweite Schülerbeförderung mit Kostenerstattung
  • Digitales Ticketing über die VVM-App und per Bankkarte

Hier müssen wir ansetzen:

  • Kein MVV-Beitritt und zu geringe Taktverdichtung bei Bus und Bahn
  • Keine kostenfreien ÖPNV-Angebote für unter 18-Jährige
  • FLEXIBUS endet zu früh am Abend und ist am Wochenende zu begrenzt
  • Kaum Car- oder Bike-Sharing und zu wenig Mobilitätsmanagement vor Ort
  • Keine digitale Mitmachplattform für Ideen aus der Bürgerschaft
  • Zu wenig Transparenz über Nutzung, Kosten und Wirkung

Das will ich ändern:

  • MVV-Beitritt und dichtere Takte auf Bus und Schiene
  • Einführung eines kostenlosen Jugendtickets für unter 18-Jährige
  • FLEXIBUS auf Abend-, Nacht- und Wochenendzeiten ausweiten
  • Car- und Bike-Sharing-Hubs mit E-Bussen und Fördermitteln aufbauen
  • Digitale Plattform „Mobilität vor Ort“ zur Bürgerbeteiligung einrichten
  • Mobilitätsmanager im Landratsamt etablieren und halbjährliche Berichte veröffentlichen
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Klimaschutz als Wirtschaftschance

Klimaschutz und Wirtschaft sind keine Gegenspieler, sondern Zukunftspartner.

Klimawandel ist keine Schlagzeile, sondern Realität. Und genau darin steckt auch eine Chance für unsere regionale Wirtschaft. Im Unterallgäu entstehen längst Ideen, die CO₂ sparen, Energie effizienter nutzen oder uns besser vor Klimafolgen schützen.

Solche Betriebe will ich stärken. Wer an Lösungen arbeitet, soll Rückenwind bekommen und nicht im Formular-Dickicht hängenbleiben.

Dazu gehört auch der Mut, neue Technologien im Landkreis auszuprobieren, von smarter Energie bis zu moderner Klimatechnik. Arbeitsplätze entstehen nicht durch schöne Worte, sondern durch Menschen, die etwas anpacken.

Und dann sind da noch unsere Ortskerne. Schön, aber im Sommer oft viel zu heiß. Wir brauchen mehr Grün, mehr Schatten, mehr Wasser und Orte, an denen man sich gerne aufhält.

Mehr erfahren: Was passiert schon und was fehlt?

Bereits vorhanden:

  • Fachstelle für Klimaschutz im Landratsamt mit Klimaschutzkonzept
  • Solaroffensive Unterallgäu bündelt Solar-Projekte seit 2017
  • Wärmeoffensive mit Beratung und Infoabenden zur Gebäudesanierung
  • Infoportal „Energie und Klima beim Bauen“ für Bauwillige
  • Gründung der Regionalwerk Unterallgäu GmbH mit 29 Kommunen im Jahr 2024

Hier setzen wir an:

  • Keine Mikro-Förderungen für Energieaudits in Unternehmen
  • Fehlendes Gründerprogramm für klimafreundliche Start-ups
  • Keine ergänzende Kreisförderung für PV-Anlagen und Wärmepumpen
  • Keine Anschubfinanzierung für Ladeinfrastruktur oder Wärmenetze
  • Keine Plattform für Beteiligung und Wissenstransfer
  • Kein jährlicher Energie- und Klimabericht

Das will ich ändern:

  • Mikro-Zuschüsse für Energieaudits und Energiemanagement bis 50 Prozent
  • Kreisförderung für PV-Anlagen und Wärmepumpen ergänzend zu KfW und BAFA
  • Gründerprogramm für Start-ups über das Regionalwerk
  • Ko-Finanzierung für Ladeinfrastruktur und Wärmenetze anstoßen
  • Digitale Plattform „Energienetzwerk Unterallgäu“ zur Projektentwicklung
  • Jährlicher Energie- und Klimabericht für Kreistag und Öffentlichkeit
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Clever beleuchten statt verschwenden

Licht soll sichtbar machen, nicht blenden, stören oder Energie verheizen.

Lichtverschmutzung nimmt auch im Unterallgäu stetig zu. Als Astronom und Gründungsmitglied der „Paten der Nacht“ sehe ich, wie unnötiges Dauerlicht Natur, Tierwelt und unseren Schlaf belastet und dabei gleichzeitig Energie verschwendet.

Ich setze mich für Beleuchtung ein, die Sicherheit schafft, ohne zu übertreiben: zielgerichtet, effizient und nur dann an, wenn sie wirklich gebraucht wird.

Das schützt die Nachtruhe, reduziert Energieverbrauch und bewahrt die Nachtlandschaft. Weniger Blendung, weniger Lichtsmog, mehr Wirkung dort, wo Licht tatsächlich gebraucht wird.

Mehr erfahren: Was läuft gut und was fehlt?

Bereits vorhanden:

  • Empfehlungen der Unteren Naturschutzbehörde für lichtökologische Beleuchtung
  • Klimaschutzkonzept mit Vorgaben zur Lichtnutzung in Kreisliegenschaften
  • Informationskampagne zur Umstellung auf LED mit Einspar-Tipps
  • LED-Umrüstung in Landratsamt und kreisinterner Infrastruktur seit 2018
  • Vorträge von BUND, LBV und „Paten der Nacht“ zur Lichtverschmutzung

Wo wir anpacken müssen:

  • Keine verbindliche Dark-Sky-Verordnung mit Abschalt- und Dimmvorgaben
  • Keine Zuschüsse für umweltfreundliche LED-Umrüstungen bei Kommunen und Privaten
  • Fehlende Online-Plattform zur Meldung und Analyse von Lichtsmog-Hotspots
  • Keine verpflichtende Prüfung der Lichtplanung bei Bauanträgen
  • Kein Transparenzbericht zu Licht- und Energieeinsparung

Das will ich umsetzen:

  • Dark-Sky-Verordnung mit Abschaltzeiten und verbindlichen Dimmvorgaben
  • Förderprogramm für abgeschirmte und dimmbare LEDs, kombinierbar mit KfW und NKI
  • Vorgaben zur lichtökologischen Außenbeleuchtung im Bauverfahren verankern
  • Workshops mit „Paten der Nacht“ und Unterer Naturschutzbehörde für Kommunen, Planer und Firmen
  • Digitale „Lichtkarte Unterallgäu“ mit Bürgerbeteiligung aufbauen
  • Halbjährliche Lichtberichte mit Einspar- und Umweltwirkung veröffentlichen
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Nachhaltig ankommen, regional genießen

Das Unterallgäu soll ein Ziel sein, weil es authentisch ist und nicht, weil es sich verstellt.

Das Unterallgäu ist keine bloße Durchfahrtsstrecke zum nächsten Postkartenmotiv. Wenn wir unsere Ideen konsequent umsetzen, sind wir selbst ein Ziel: mit lebendigen Ortskernen, guter Gastronomie, sicheren Radwegen, kluger Beleuchtung und einem ÖPNV, der seinen Namen verdient.

Ich will einen Tourismus, der zu uns passt: ruhig, genussvoll, regional und mit echter Allgäuer Identität. Wir müssen uns nicht hinter Nachbarlandkreisen verstecken.

Vernetzung ist gut, aber wir sollten dabei erkennbar wir selbst bleiben. Ein Unterallgäu, das Menschen anzieht, weil es lebenswert und glaubwürdig ist.

Mehr erfahren: Was ist da und was fehlt noch?

Bereits vorhanden:

  • Über 1.000 Kilometer ausgeschildertes Radwegenetz im Kneippland Unterallgäu
  • „Glückswege“-Projekt mit 14 Routen und Erlebnispunkten über LEADER-Förderung
  • Umweltbildungs- und Erlebniswege im Rahmen des LAG-Programms
  • Förderung von Ladepunkten für E-Bikes und E-Autos

Was noch fehlt:

  • Ein durchgängiges, verbindendes Radwegenetz mit sinnvollen Lückenschlüssen
  • Förderung für klimafreundliche Beherbergungsbetriebe
  • E-Bike-Verleihsysteme und Ladeinfrastruktur an Ausflugszielen
  • Car- und Bike-Sharing-Hubs in den Kommunen
  • Digitale Mitmachplattform für neue Routen und Angebote
  • Ein Region-Pass für Tages- und Mehrtagestickets mit MVV-Kooperation
  • Ein transparenter Tourismus- und Nachhaltigkeitsbericht

Das plane ich:

  • Kreis- und LEADER-Förderung für Radwege-Lückenschlüsse
  • Mikro-Zuschüsse für die nachhaltige Umrüstung touristischer Betriebe
  • Förderung von E-Bike-Verleih und Ladepunkten
  • Einrichtung von Sharing-Hubs an zentralen Orten
  • Start der Plattform „Erlebnis Unterallgäu“ zur Bürgerbeteiligung
  • Einführung eines „Region-Pass“ für nachhaltige Mobilität
  • Jährlicher Bericht zu Übernachtungen, CO₂-Bilanz und Fördermitteln