Themen für das Unterallgäu
Sechs Felder, in denen Kommunalpolitik den Alltag direkt verbessert: konkret, regional und mit dem Blick auf Menschen statt nur auf Zuständigkeiten.
Pflege bezahlbar und würdevoll gestalten
Pflege darf nicht arm machen – weder die Menschen, die Hilfe brauchen, noch ihre Familien.
Viele stolpern heute über Kosten, Formulare und eine Menge „Das müssen Sie leider woanders beantragen“. Darum will ich den Pflegestützpunkt stärken: klare Ansprechpersonen, echte Beratung und Hilfe, bevor alles zu spät oder zu teuer wird.
Und wenn’s schnell gehen muss? Dann braucht es unkomplizierte Mikrozuschüsse für Dinge wie Pflegebetten oder Hilfsmittel – ohne Papiergebirge.
Digitale Lösungen sollen die Pflege entlasten, nicht aufhalten. Weniger Doppel-Dokumentation, mehr Zeit für Menschen. Und digitale Souveränität heißt: Die Daten gehören den Einrichtungen und den Pflegebedürftigen – nicht irgendeiner Softwarefirma.
Pflege geht uns alle an. Also machen wir sie bezahlbar, verständlich und alltagstauglich.
Mehr erfahren: Was gibt es bereits – und was fehlt?
Bisher im Unterallgäu vorhanden:
- Zentrale Pflegeberatung (Pflegestützpunkt in Mindelheim)
- Seniorenfachstelle mit barrierefreier Einzelberatung
- Seniorenkonzept & Koordinationsstelle für Quartiersentwicklung
- Kreis-Seniorenheime in Babenhausen, Bad Wörishofen und Türkheim
- SeLA-Quartiersmanagement in 16 Gemeinden
Hier müssen wir ansetzen:
- Gezielte Investitionszuschüsse & zinsgünstige Kredite
- Einführung von Pflegewohngeld & wohnumfeldverbessernden Zuschüssen
- Unbürokratische Auszahlung des Entlastungsbetrags (§ 45b SGB XI)
- EU-Fördermittel gezielter nutzen (EFRE, ESF Plus etc.)
- Regelmäßige Berichte zur Mittelverwendung und Erfolgen
- Zentrale Anlaufstelle „Pflegefinanzierungskompass“ im Sozialamt
Verlässliche Betreuung – auch außerhalb der Schulzeiten
Betreuung, die zum echten Leben passt – nicht zu einem Stundenplan aus dem letzten Jahrhundert.
Familienleben kennt keinen Dienstschluss. Wenn beide Eltern arbeiten (wollen oder müssen) oder wenn Alleinerziehende alles alleine stemmen, reicht ein „Betreuung fällt heute aus“ und der Tagesplan implodiert.
Darum brauchen wir im Landkreis eine Betreuung, die spontan einspringen kann – für Kinder UND Jugendliche. Eine Stelle, bei der man schnell Unterstützung bekommt, wenn Schule ausfällt, Ferien überraschend länger wirken oder das Leben einfach mal wieder „Überraschung!“ ruft.
Und ja: Auch das Ehrenamt braucht Plan B. Wer sich engagiert, soll sich auch mal vertreten lassen dürfen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben. Flexible Betreuung hilft genau dabei.
Damit das funktioniert, muss das Kreisjugendamt so ausgestattet sein, dass es Familien früh unterstützt und Kinder begleitet, bevor Überforderung entsteht.
Mehr erfahren: Wo stehen wir – und was fehlt noch?
Bereits vorhanden:
- 95 Kitas im Landkreis + 27 in Memmingen, Tagespflege für 0–14-Jährige
- Ganztags- & Mittagsbetreuung an Schulen (offen/gebunden)
- Ferienprogramme in vielen Gemeinden durch Kreisjugendring & andere
Was noch fehlt:
- Ferienbetreuung ist nicht flächendeckend – Lücken in vielen Wochen
- Kaum Abend- oder Wochenendangebote
- Kein zentrales Buchungssystem für Betreuungsplätze & Programme
- Wenig Anreize für Träger, über Regelzeiten hinaus zu öffnen
- Keine Betreuung bei kurzfristigen Ausfällen (Notfallversorgung)
Das plane ich:
- Ganztägige Ferienbetreuung (Sommer 6 Wochen, alle anderen Ferien mind. 1 Woche)
- Wochenend- & Abendangebote in Kooperation mit Familienzentren & Vereinen pilotieren
- Mikro-Zuschüsse (bis 50 %) für Träger mit erweiterten Öffnungszeiten
- Digitale Plattform „Betreuungsnavigator“ für Übersicht, Buchung & Notfälle
- Mobile Pop-up-Kitas für Ferien und Randzeiten in unterversorgten Gemeinden
- Arbeitgeber-Kooperationen fördern: Betriebskitas & Eltern-Voucher
- Stärkung von Kinderschutzbund & Jugendhäusern mit gezielter Förderung
- Jährlicher Bericht zu Angebot, Auslastung & Engpässen im Kreistag
Mobilität für alle – auch auf dem Land
Weniger Inseldenken, mehr Allgäu für alle.
Der ÖPNV im Unterallgäu wirkt oft wie ein Bastelset: ein bisschen Bus hier, ein bisschen Anschluss da – aber selten ein System. Ich will das ändern: echte Takte, sichere Radwege und den Beitritt zum MVV, damit wir nicht länger so tun müssen, als wären die Nachbarlandkreise Ausland.
Wer hier lebt, soll mobil sein, ohne vom Auto abhängig zu sein. Gute Verbindungen bedeuten Teilhabe, weniger Stress und endlich Wege, die nicht an einer Kreisgrenze enden.
Und digital? Da brauchen wir endlich Souveränität statt Abhängigkeit. Es kann nicht sein, dass Mobilität, Verwaltung oder Schulen nur funktionieren, wenn ein Konzern in Kalifornien gerade gute Laune hat.
Wir brauchen offene Lösungen, klare Standards und Daten, die hier bleiben – beim Landkreis, nicht bei Big Tech.
Mehr erfahren: Was gibt es bereits – und was fehlt?
Bisher im Unterallgäu vorhanden:
- Mobilitätszentrale im Landratsamt für Rufbus- und ÖPNV-Beratung
- FLEXIBUS als flexibler Rufbus in sieben Zonen – täglich & barrierefrei
- Verkehrsverbund Mittelschwaben mit 90 Linien und 8 Mio. Fahrgästen jährlich
- Schienenverkehr mit Illertal-, Mittelschwaben- und Regio-S-Bahn-Anbindung
- Kreisweite Schülerbeförderung mit Kostenerstattung
- Digitales Ticketing via VVM-App und Bankkarte
Hier müssen wir ansetzen:
- Kein MVV-Beitritt, fehlende Taktverdichtung auf Bus und Bahn
- Keine kostenfreien ÖPNV-Angebote für unter 18-Jährige
- FLEXIBUS endet zu früh abends und an Wochenenden
- Kein Car-/Bike-Sharing oder Mobilitätsmanagement vor Ort
- Keine digitale Mitmachplattform für Bürgerideen
- Keine Berichte über Nutzung, Kosten und Wirkung
Das will ich ändern:
- MVV-Beitritt und stündliche Bus-/Halbstundentakte auf der Schiene erreichen
- Einführung eines kostenlosen Jugendtickets für unter 18-Jährige
- FLEXIBUS auf Abend-, Nacht- und Wochenendzeiten ausweiten
- Car- und Bike-Sharing-Hubs mit E-Bussen und Fördermitteln aufbauen
- Digitale Plattform „Mobilität vor Ort“ zur Bürgerbeteiligung einrichten
- Mobilitätsmanager im Landratsamt installieren und halbjährliche Berichte veröffentlichen
Klimaschutz als Wirtschaftschance
Klimaschutz und Wirtschaft sind keine Gegenspieler. Sie sind ein ziemlich gutes Team.
Klimawandel ist keine Schlagzeile, sondern Realität – und ja, er nervt. Aber genau hier liegt eine Chance für unsere regionale Wirtschaft. Im Unterallgäu entstehen längst Ideen, die CO₂ sparen, Energie besser nutzen oder uns vor Klimafolgen schützen.
Ich will solche Betriebe stärken: klarer Rückenwind statt Formular-Wirrwarr. Wer an Lösungen arbeitet, soll nicht auch noch gegen die Bürokratie kämpfen müssen.
Dazu gehört Mut, neue Technologien im Landkreis auszuprobieren – von smarter Energie bis moderner Klimatechnik. Arbeitsplätze entstehen nicht durch Schöngerede, sondern durch Menschen, die Dinge anpacken.
Und dann sind da unsere Innenstädte: schön, aber im Sommer oft heißer als die Politikdebatten. Wir brauchen mehr Grün, Schatten, Wasser und Orte, an denen man gerne bleibt.
Mehr erfahren: Was passiert schon – und was fehlt?
Bereits vorhanden:
- Fachstelle für Klimaschutz im Landratsamt (Klimaschutzkonzept)
- Solaroffensive Unterallgäu bündelt Solar-Projekte seit 2017
- Wärmeoffensive mit Beratung & Infoabenden zur Gebäudesanierung
- Infoportal „Energie und Klima beim Bauen“ für Bauwillige
- Gründung der Regionalwerk Unterallgäu GmbH mit 29 Kommunen (2024)
Hier setzen wir an:
- Keine Mikro-Förderungen für Energieaudits in Unternehmen
- Fehlendes Gründerprogramm für klimafreundliche Start-ups
- Keine Zusatzförderung für PV-Anlagen & Wärmepumpen im Kreis
- Keine Anschubfinanzierung für Ladeinfrastruktur oder Wärmenetze
- Keine Plattform für Beteiligung und Wissenstransfer
- Kein jährlicher Energie- und Klimabericht
Das will ich ändern:
- Mikro-Zuschüsse für Energieaudits & Energiemanagement bis 50 %
- Kreisförderung für PV-Anlagen & Wärmepumpen ergänzend zu KfW/BAFA
- Gründerprogramm für Start-ups über das Regionalwerk
- Ko-Finanzierung für Ladeinfrastruktur & Wärmenetze anstoßen
- Digitale Plattform „Energienetzwerk Unterallgäu“ zur Projektentwicklung
- Jährlicher Energie- und Klimabericht für Kreistag & Öffentlichkeit
Clever beleuchten statt verschwenden
Licht soll sichtbar machen – nicht blenden, stören oder verschwenden.
Lichtverschmutzung nimmt auch bei uns im Unterallgäu stetig zu. Als Astronom und Gründungsmitglied der „Paten der Nacht“ weiß ich, wie sehr unnötiges Dauerlicht Natur, Tierwelt und auch unseren Schlaf belastet – und wie viel Energie dabei einfach verpufft.
Ich setze mich für Beleuchtung ein, die sichtbar macht, statt blendet: zielgerichtet, effizient und nur dann an, wenn sie wirklich gebraucht wird. Das erhöht Sicherheit, schützt die Nachtruhe und entlastet Umwelt und Energieverbrauch gleichermaßen.
Mehr erfahren: Was läuft gut – und was fehlt?
Bereits vorhanden:
- Empfehlungen der Unteren Naturschutzbehörde für lichtökologische Beleuchtung
- Klimaschutzkonzept mit Vorgaben zu Lichtnutzung in Kreisliegenschaften
- Informationskampagne zur Umstellung auf LED mit Einspar-Tipps
- LED-Umrüstung in Landratsamt & kreisinterner Infrastruktur (2018)
- Vorträge von BUND, LBV und „Paten der Nacht“ zur Lichtverschmutzung
Wo wir anpacken müssen:
- Keine verbindliche Dark-Sky-Verordnung mit Abschalt- und Dimmvorgaben
- Keine Zuschüsse für umweltfreundliche LED-Umrüstungen bei Kommunen & Privat
- Fehlende Online-Plattform zur Meldung und Analyse von Lichtsmog-Hotspots
- Keine verpflichtende Prüfung der Lichtplanung bei Bauanträgen
- Kein Transparenzbericht zur Licht- und Energieeinsparung
Das will ich umsetzen:
- Dark-Sky-Verordnung mit Abschaltzeiten und Dimm-Curfews einführen
- Förderprogramm für abgeschirmte, dimmbare LEDs (KfW & NKI kombinierbar)
- UNB-Vorgaben zur lichtökologischen Außenbeleuchtung im Bauverfahren verankern
- Workshops mit „Paten der Nacht“ & UNB für Kommunen, Planer & Firmen
- Digitale „Lichtkarte Unterallgäu“ mit Bürgerbeteiligung aufbauen
- Halbjährliche Lichtberichte mit Einspar- und Umweltwirkung veröffentlichen
Nachhaltig ankommen – regional genießen
Das Unterallgäu soll ein Ziel sein, weil es authentisch ist – nicht weil es sich verstellt.
Das Unterallgäu ist keine Durchfahrtsstrecke zum nächsten Alpen-Postkartenmotiv. Wenn wir unsere Ideen umsetzen, sind wir selbst ein Ziel: lebendige Innenstädte, gute Gastronomie, sichere Radwege, kluge Beleuchtung und ein ÖPNV, der seinen Job macht.
Ich will einen Tourismus, der zu uns passt: ruhig, genussvoll, regional und mit echter Allgäuer Identität. Wir müssen uns nicht hinter den Nachbarlandkreisen verstecken – im Gegenteil.
Wir vernetzen uns gerne – aber wir bleiben wir selbst. Ein Unterallgäu, das Menschen anzieht, weil es authentisch ist, nicht weil es sich verstellt.
Mehr erfahren: Was ist da – und was fehlt noch?
Bereits vorhanden:
- Über 1 000 km ausgeschildertes Radwegenetz im Kneippland® Unterallgäu
- „Glückswege“-Projekt: 14 Routen mit Erlebnispunkten (LEADER-Förderung)
- Umweltbildungs- & Erlebniswege (LAG-Programm)
- Förderung von Ladepunkten für E-Bikes und E-Autos
Was noch fehlt:
- Verbindendes, durchgängiges Radwegenetz (Lückenschlüsse)
- Förderung für klimafreundliche Beherbergungsbetriebe (z. B. Green-Cert)
- E-Bike-Verleihsysteme und Ladeinfrastruktur an Ausflugszielen
- Car-/Bike-Sharing-Hubs in Kommunen
- Digitale Mitmachplattform für neue Routen & Angebote
- Region-Pass für Tages-/Mehrtagestickets mit MVV-Kooperation
- Transparenter Tourismus- & Nachhaltigkeitsbericht
Das plane ich:
- Kreis- & LEADER-Förderung für Radwege-Lückenschlüsse
- Mikro-Zuschüsse für nachhaltige Umrüstung touristischer Betriebe
- Förderung von E-Bike-Verleih und Ladepunkten
- Einrichtung von Sharing-Hubs in zentralen Orten
- Start der Plattform „Erlebnis Unterallgäu“ zur Bürgerbeteiligung
- Einführung des „Region-Pass“ für nachhaltige Mobilität
- Jährlicher Bericht zu Übernachtungen, CO₂-Bilanz & Fördermitteln